Literatur

Mittelalterliche und neuzeitlichen Straßen und Wege in der Rhön und im Grabfeld und der angrenzenden Gebiete

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Nach mehr als zehnjähriger Arbeit stellt Jochen Heinke sein neues, im Eigenverlag erschienenes, Altstraßenbuch vor. Es beschreibt den Verkehrsraum Rhön, doch nicht ohne sich mit den alten Fernstraßen zu befassen, die von weit her kamen und das Gebiet durchquerten. Denn alte wie neue Straßen beginnen nicht einfach, sie sind fast immer mit anderen Straßen verbunden und enden häufig an Hauptstraßen, die dann teils durch ganz Europa führten.

Wie z. B. der Rompilgerweg "Via Romea", dessen Beschreibung des historischen Verlaufs über den Thüringer Wald durch Südthüringen und Unter- und Mittelfranken die umfangreichste einer alten Straße in diesem Buch ist. Oder auch die alte Straße, die vom Rhein-Main-Gebiet durch den Spessart und die Rhön zu den Pässen über den Thüringer Wald führte.

Umfassend widmet sich Heinke auch dem Verkehrsraum der zentralen Rhön, den Pässen und alten Wegen über die Hochhrön und den Hauptverbindungen zwischen den mittelalterlichen Zentren, dem Kloster Fulda und der Pfalz Salz bzw. dem späteren Neustadt.

Neben dem „Verkehrsraum Rhön“ werden aber auch weitere alten Straßen im Gebiet zwischen dem Main im Süden und dem Thüringer Wald im Norden, der Fulda im Westen und den Haßbergen im Osten beschrieben, wodurch in vielen Fällen die überregionalen Zusammenhänge hergestellt werden konnten.

Schon mehr als 20 Jahre beschäftigt sich Jochen Heinke mit der Historischen Verkehrsgeografie, insbesondere der in Unterfranken, aber auch in Osthessen und Südthüringen. In seinen Beschreibungen „überschreitet“ er auch die ehemalige deutsch-deutsche Grenze, wo über mehr als 50 Jahre kein gegenseitiger Informationsaustausch stattfinden konnte. Er verknüpft die Ergebnisse seiner Altstraßenforschung im Gelände mit dem „Erleben“ der Altstraßen heute. Wichtig für die Arbeit an diesem Buch war ihm stets auch der Abgleich mit der vorhandenen Sekundärliteratur, deren Inhalte - soweit wie möglich - in dieses Buch mit aufgenommen wurden.

Das Buch:

  • mehr als 80 Abbildungen (Fotos und Karten)
  • 160 Seiten
  • Größe DIN A 4 (wegen der besseren Übersicht der Karten)
  • ISBN 978-3-942112-06-20
  • Im Eigenverlag
  • zu bestellen per Email unter jochen.heinke@t-online.de

Es kostet Euro 22,80, zzgl. Euro 2,20 für den Versand als Büchersendung (die Erfahrung besagt, dass die Zustellung mehr als eine Woche dauern kann) oder Euro 2,65 bei Versand als Normalsendung (i. d. R. Zustellung innerhalb von 1 - 2 Tage).

Das Buch richtet sich an alle, die sich für ihre Umgebung unter historischen Aspekten interessieren. Denn die Entstehung alter Straßen ist untrennbar mit der Besiedlungsgeschichte unserer Heimat verbunden.

Aus dem Inhalt

Erhältlich (Stand 3.8.2012):

  • Bad Neustadt: Papierschmitt in der Spörleinstraße
  • Ochsenfurt Buchhandlung am Turm
  • Bad Königshofen: Museum Schranne, Reinhardstraße
  • Bad Königshofen: Schillerbuchandlung
  • Bad Kissingen: Buchhandlung Reinisch
  • Coburg: Buchhandlung Riemann
  • Mellrichstadt: Druckerei Mack
  • Oberelsbach: Haus der Langen Rhön
  • Fladungen: Kasse des Fränkischen Freilandmuseums
  • Bischofsheim: Buchandlung Schonder, Marktplatz
  • Ostheim: Buchladen Libretto, Marktstraße
  • Kloster Wechterswinkel (nur Samstag und Sonntag)
  • Tann in der Rhön: Buchhandlung im Ochsenbäckerhaus
  • Würzburg: Hugendubel
  • Fulda: Thalia-Buchhandlung
  • Amazon
  • Booklooker
  • oder beim Autor selbst  jochen.heinke@t-online.de

Stimmen zu dem Buch:

Zeitschrift für Thüringische Geschichte Band  67 (2013)

des Vereins für Thüringische Geschichte und der Historischen Kommission für Thüringische Geschichte.

Passend zur Nominierung »Historischer Wege« zum Kulturdenkmal des Jahres 2012
durch den Bund Heimat und Umwelt erschien die zu besprechende Publikation des
sich schon seit vielen Jahren mit Altstraßenforschung befassenden Jochen Heinke.
Zentrales Anliegen ist die Darstellung vormoderner Wege im Dreiländereck Hessen,
Bayern und Thüringen; dabei liegt der räumliche Fokus auf den die Rhön überschreitenden
Verbindungen, angefangen von der Vorgeschichte bis in die Frühe
Neuzeit. Damit wird zugleich ein Problem – nicht nur des vorliegenden Buches,
sondern der Altwegeforschung im Allgemeinen – offenbar, denn es fehlen Hinweise
zur zeitlichen Differenzierung der verschiedenen Straßenzüge. Zu Beginn macht
der Autor einige sehr allgemeine und knapp gehaltene Ausführungen zu überlieferten
Reisen in seinem Untersuchungsgebiet und zur Entwicklung alter (Fern-) Straßen
und betont zu Recht (S. 16), dass das mittelalterliche Fernwegenetz lediglich aus
einer Aneinanderreihung lokaler und regionaler Wege gebildet war. Anschließend
folgen wenige methodische Bemerkungen und die Frage, warum die Rhön in Mittelalter
und Früher Neuzeit ein peripherer Verkehrsraum gewesen ist, um dann zu
zeigen, dass doch eine Vielzahl von Wegen in der Rhön nachweisbar ist. Bevor aber
die einzelnen Trassen beschrieben werden, setzt sich Heinke (S. 16–20) kritisch mit
Altkarten und der Darstellung von Wegen und Wegenetzen auseinander. Den weitaus
umfangreichsten Teil des Buches stellt die Beschreibung einzelner an geographischen
Gegebenheiten orientierter Fernstraßen dar, deren Rekonstruktion Resultat zahlloser
Rezensionen, Geländegänge und der Erfassung von Wegeresten und Wegbegleitern sowie der
Auswertung von Altkarten ist. Eingestreut sind Informationen zu Wegbegleitern
(Würzburger Landwehr, S. 96 f.; Hildenburg, S. 110 f.) oder zu ausgewählten Altkarten
(S. 99 f.), die die Darstellung der Trassen ebenso auflockern wie die selbst
erstellten Karten. Sie illustrieren bisweilen etwas unübersichtlich das Geschilderte,
sind zur ersten Orientierung dennoch hilfreich. Gebündelt werden die Informationen
auf einer doppelseitigen Übersichtskarte (S. 156 f.), die deutlich macht, wie dicht
ein vormodernes Wegenetz beschaffen sein konnte. Während das Hauptaugenmerk
auf den Landwegen liegt und nur einige wenige Sätze die Nutzung der Fränkischen
Saale als Schifffahrtsweg andeuten (S. 22 f.), widmet sich der Autor in einer Art Exkurs
(S. 137–144) Kanalprojekten des 17. und 19./20. Jahrhunderts, die Werra und
Main verbinden sollten, aber nie über die Projektierungen hinaus gingen. Er erörtert
Pläne zur Schiffbarmachnung der Werra und macht Angaben zur Schiffbarkeit des
Mains, der seit der Mitte des 19. Jahrhunderts zur Wasserstraße ausgebaut wurde.
Obschon das Buch als überaus gelungen einzuschätzen ist, sind einige Dinge dennoch
kritisch zu bewerten. Neben einigen Allgemeinplätzen in der Einleitung und
auf S. 22. in Bezug auf die nicht bewiesene Behauptung, dass eine Flussreise weitaus
bequemer sei, als die Fortbewegung zu Land oder auf S. 23, dass Zeit damals
keine Rolle spielte, fehlen häufig Belege, auch die Zitierweise ist uneinheitlich. Des
Weiteren finden sich gerade im einführenden Teil einige Ungenauigkeiten: So ist es
zwar korrekt, dass Straßen häufig als Grenzmarkierung dienten, aber die auf S. 13
in Anm. 7 erwähnte und in der Vita Sturmis überlieferte Straße wurde keineswegs
zur Abgrenzung der an Fulda erfolgten Landschenkung gebraucht. Ebenso wenig
dürfte Erhard Etzlaubs Romwegkarte dazu geführte haben, dass der Verkehr sich
auf bestehende Hauptstraßen fixierte (S. 16), zumal Etzlaubs Karte keineswegs alle
damals existierenden Handelswege wiedergibt. Klar unterscheiden muss man, entgegen
S. 22, auch zwischen den durch die Forschung rekonstruierten Itineraren, die
durch die Angabe von Datum und Ort zumeist in Urkunden ungefähre Reisewege
mittelalterlicher Herrscher abbilden und den für Reisende in bewusster Absicht erstellten,
seit der Antike bekannten Reisewegbeschreibungen, die ebenfalls als Itinerare
bezeichnet werden.
Doch trotz kleinerer Schwächen bietet der beachtliche Band – so wäre als Fazit zu
formulieren – einerseits dem interessierten Laien und andererseits dem geneigten
Wissenschaftler wertvolle Informationen zu dem nur scheinbar peripheren Verkehrsraum
Rhön. Überdies runden zahlreiche Fotos, Abbildungen historischer
Karten, die der Autor aus verschiedenen Archiven zusammengetragen hat, Anmerkungen
zum touristischen Umgang mit historischen Wegen und Anregungen zu eigenen
Forschungen, schließlich eine teilweise kommentierte Auswahlbibliographie
zur Altwegeforschung und weiterführende Internetlinks das Buch ab.
Pierre Fütterer ( J e n a )


Thomas Martin, Schriftleiter Fuldaer Geschichtsblätter in: Fuldaer Geschichtsblätter 2012:

Seit mehr als 20 Jahren erforscht der Verfasser die Altstraßen in ihrem Verlauf im Rhein-Main-Gebiet und in Osthessen, Unterfranken und Thüringen. Neben umfangreichen Recherchen in Archiven und in der Literatur hat er sich die Erkundung der alten Straßenverläufe im Gelände besonders zur Aufgabe gemacht und mehrere Veröffentlichungen dazu vorgestellt. In der hier anzuzeigenden Publikation sind die
Ergebnisse der Erforschung zusammengefasst, wobei die Straßen zwischen Rhein-Main-Gebiet, Osthessen und Thüringen im Mittelpunkt stehen. Die Nachbarregionen werden aber auch berücksichtigt, sodass die großräumige Führung der Straßen im Blick bleibt. Vor allem wird hier eine Lücke in der Erkundung der Stra-ßenverbindungen von Franken nach Thüringen geschlossen, deren Erforschung durch die deutsche Teilung bis 1990 nachhaltig beeinträchtigt war. Das A4-Format bietet Karten mit guter Übersicht, die auch dazu motivieren, die Straßenverläufe selbst in der Landschaft zu suchen und die Thesen des Autors nachzuvollziehen. Das Buch ist damit nicht nur für Altstraßenforscher sondern auch für Wanderer und Biker ein wertvoller Wegweiser durch die Region.

Jochen Heinke, Mittelalterliche und neuzeitliche Straßen und Wege in der Rhön, im Grabfeld und in den angren-zenden Gebieten, 160 Seiten mit ca. 80 Abbildungen und Karten, Stetten/Rhön (Selbstverlag) 2012. Bestellung über www.unterwegs-auf-alten-strassen.de.

Wilhelm Bungert, Unsleben
Es steht fest, dass in alten Zeiten, angefangen von der Vor- und Frühgeschichte und über das ganze Mittelalter hinaus, erstaunlich viel gereist wurde und dass alle historischen Siedlungen, kulturelle und politische Mittelpunkte durch Straßen und Wege verbunden waren, auf denen sich Menschen zueinander mit ihren Ideen und Vorstellungen, ihrem Gepäck und im Transport verkäuflicher Waren bewegt haben.

Ohne halbwegs zutreffende räumliche Vorstellungen von den festen Siedlungen und Zentren, den Trampelpfaden, Wegen und Straßen zwischen geschichtsträchtigen Plätzen, den Mühen und Strapazen des Verkehrs bleiben historische Darstellungen gleichsam raumlos. Wie wir Geschichte nur in zeitlichen Zusammenhängen schildern können, so müssen wir als Heimat-kundler und Heimatgeschichtler in unseren Arbeiten auch zutreffende Raumvorstellungen einbringen, wenn wir historische Vorkommnisse geordnet und verständlich darstellen wollen. Die Menschen vergangener Zeiten waren erstaunlich reisefreudig. Wir können von den Reisenden erzählen, den kriegerischen und räuberischen Eroberern, Kaufleuten und Fernhändlern mit ihren Waren, den Siedlern und Umsiedlern, den von weit kommenden Glaubensboten, den Gründern, den Überbringern von Botschaften und Befehlen, den Pilgern, den Studierenden, den Herrschern mit ihrem Gefolge. Wir können über die Landschaft in früheren Zei-ten sprechen, die Namen der Berge, Bäche und kleinen Flüsse in ihren ursprünglichen Formen nennen, und überlegen warum sich diese Landschaftsnamen gewandelt haben.

Wir können über die Umstände des Reisens in früheren Zeiten berichten, das Reisen „per pe-des“, in endlosen Fußmärschen, die Wegkundigen, die Träger, die Lasttiere, die Reittiere, über Hufeisen, Steigbügel, Trense, Sattel, Zügel, über Joch und Kummet, über Wagen und Karren, über die Handwerker, Sattler, Wagner und Schmiede, Vorspann, über Kutscher und Schwager.

Immer werden wir aber auf die Frage zurückkommen müssen. Und wie war es denn mit den Wegen und Straßen selbst? Wie fanden die Straßen selbst Weg und Route in der Landschaft? Hatten sie feste Linien, oder gab es im Winter andere als im Sommer? Wurden die Täler gesucht oder die Wasserscheiden? Waren die Straßen befestigt, oder nur teilweise befestigt? Wie stand es mit einem Wege- und Straßenrecht.

Mit diesen und ähnlichen Fragen beschäftigt sich das Buch Jochen Heinkes und zwar weniger theoretisch als extrem materialreich, exemplarisch und praktisch. Er fasst eine außerordentlich große Menge der höchst verstreuten Nachrichten aus der Literatur über die Straßen und das Straßenwesen in unseren Raum zusammen. Er bringt alte und etwas neuere Karten sicher nahezu vollzählig in zahlreichen Abbildungen. Heinke hat diese wenig präzisen Darstellungen früherer Jahrhunderte in jahrelanger Arbeit penibel studiert und nach Antworten befragt. Er hat das, was sie aussagen oftmals verglichen, bestätigt, in Frage gestellt oder widerlegt. Wenn man ihm folgen will tut man gut daran, sich mit einem guten Vergrößerungsglas zu versehen und damit anzufangen einen Bereich in der Nähe, den man von Spaziergängen und Wanderungen halbwegs zu kennen glaubt, nach seinem Vorbild und seiner Anleitung Stück für Stück nachzuprüfen um erst einmal die Methodik Heinkes im Umgang mit der Fachliteratur zu lernen. Das Buch Heinkes erspart dem durchschnittlichen, mehr allgemein interessierten und beschlagenen Heimatkundler das zeit-raubende Herumstöbern in einer speziellen Bibliothek

Als zweiten Schritt wird man beginnen auf Fahrten und Wanderungen im Gelände selbst nach Spuren von Altwegen und Altstraßen zu suchen und diese als solche zu identifizieren. Solche tatsächlichen und täuschenden Spuren sind in der Tat recht häufig und manchmal einerseits leicht zu übersehen und ebenso leicht zu finden. Aber die Entstehung solcher Reste und Spuren von weniger wichtigen Altwegen und hochwichtigen Altstraßen gehört oft sehr verschiedenen Zeitabschnitten an. Und das ist um des historischen Ertrages willen verlässlich zu erkennen und eindeutig fest zu legen. Wessen Blick nicht geschärft ist, wird unter Umständen zufällige, junge und isolierte Beschädigungen, Bodenentnahmen und Veränderungen der Erdoberfläche als Spuren eines untergegangenen Verkehrsnetzes ansehen. 

Wenn Sie beschließen, sich mit dem alten Wege- und Straßennetz in der Rhön und dem Grabfeld auseinander zu setzen, lassen Sie sich jedenfalls auf ein spannendes Abenteuer ein. Die Arbeit von Jochen Heinke ist dann ein solides Fundament und ist richtungsweisend. Sein Buch sollte deshalb in der Bibliothek eines jeden Heimatkundlers und Rhönfreundes stehen.

Jochen Heinke, Mittelalterliche und neuzeitliche Straßen und Wege In der Rhön, im Grabfeld und in den angrenzenden Gebieten
Mellrichstadt 2012 ISBN 978-3-942112-06-2

 

Rezension in einem Buchshop im Internet:

Das 160seitige Buch lässt sich gut lesen, es ist klar gegliedert und reich mit Abbildungen ausgestattet. Für alle, die sich zwischen Rhein-Main-Gebiet und dem Bamberger Raum, zwischen dem Thüringer Becken und Mainfranken oder generell für das Thema "Alte Straßen" interessieren, bringt es viel Interessantes. Anders als bei vielen anderen Altstraßenbücher legt Heinke in seinem Buch Wert auf die Verknüpfung der alten Straßen, die im Laufe der Jahrhundert durch die mitten in Deutschland liegende Region führten. So werden Straßenzüge erkennbar, die bislang kaum jemand so komplex beschrieben hat und die, wenn auch nicht mit großer Frequenz, z. T. als Ausweichrouten für die großen Handelsstraßen dienten, die aus dem Mitteldeutschen Raum in das Rhein-Main-Gebiet oder in den Mainfränkischen Raum führten. Heinke zeigt auf, dass alte Straßen nicht einfach irgendwo begannen, sondern meist an an Hauptstraßen begannen oder endeten. So wurden Ortsverbindungen zwischen den kleinen Dörfern am Ostrand der Rhön im Dreißigjährigen Krieg Abschnitte auf den großen Heerstraßen, auf denen z. B. der Hessische Kurfürst zur Schlacht nach Nördlingen zog.
Auch der Rompilgerweg "Via Romea", dessen Beschreibung des historischen Verlaufs über den Thüringer Wald durch Südthüringen und Unter- und Mittelfranken die umfangreichste einer alten Straße in diesem Buch ist, was Heinke auch mittels zweier Übersichtskarten dokumentiert. Oder die alte Straße, die vom Rhein-Main-Gebiet durch den Spessart und die Rhön zu den Pässen über den Thüringer Wald in den Mitteldeutschen Raum führte.
Auf mehreren Seiten widmet sich Heinke auch ausgiebig der Entstehungsgeschichte historischer Straßen. Hilfreich für Altstraßenforscher sind sowohl die mehrseitige Altstraßenbibliografie Unterfranken/Südthüringen/Osthessen/Spessart am Ende des Buches wie auch die mehr als 280 Fußnoten, mit denen die Quellen zu den Inhalten des Buches belegt werden.
K.P. aus F.

Neues Buch: Seit Jahren ist Jochen Heinke historischen Straßenverläufen auf der Spur

Von Stefan Kritzer (in der Rhön- und Saaale Post (Bad Neustadt) vom 14. 6. 2012)

STETTEN.

Geht es um Radwege oder um historische Pilgerwege durch die Rhön, ist Jochen Heinke längst überregional eine Instanz. Das Radwegenetz durch das Land der offenen Fernen oder auch die Via Romea wären ohne ihn nicht auf dem top aktuellen Stand, auf dem Radfahrer wie Pilger nun unterwegs sein können.

Eigentlich jedoch gehört Heinkes Interesse den alten Straßen, auf denen längst niemand mehr unterwegs ist. Nach zehnjähriger Suche und Forschungsarbeit hat er nun ein umfangreiches Buch im Eigenverlag herausgegeben. Und darin alte Straßen vom Mittelalter bis in die Neuzeit in Rhön und Grabfeld verzeichnet.Jochen

Heinke ist gerne unterwegs.Vorzugsweise mit dem Fahrrad sucht er nach Wegen, die seit Jahrhunderten verlassen sind und eigentlich niemanden mehr interessieren.Doch Heinke weiß sehr gut, dass sich nicht nur in Städten und Dörfern das Leben zu früheren Zeiten abgespielt hat. Auch auf den Straßen unsere modernen Land- wie Bundesstraßen häufig historischen Strecken. Aber nicht immer. Und wo es Lücken gibt, wo es andere Wege einmal gab, wo über Berghänge und nicht im Tal gereist wurde, das alles interessiert Jochen Heinke. Es kommt schon mal vor, dass ereinem alten Straßenverlauf durch Felder und Wiesen folgen kann. An der Bodenformation und bisweilen auch an der Vegetation kann man diese alten Wege noch erahnen. Doch dann geht es nicht mehr weiter.Ein Wald tut sich auf und Jochen Heinke sieht vor lauter Bäumen den Weg nicht mehr. Aufgeben ist Heinkes Sache in diesen Fällen aber nicht.„Dann muss man halt mal runter vom Sattel“, weiß er, steigt ab von seinem Drahtesel und geht zu Fuß. Meter für Meter sucht er den Waldrand ab, biegt Äste und Zweige zur Seite und, siehe da, es tut sich der gesuchte Straßenverlauf in Form einer länglichen Bodenvertiefung auf.„Das sind dann die ganz besonderen Momente“, schwärmt Heinke.

Auf der Suche nach alten Straßenverläufen will er etwas entdecken, etwas Neues Altes finden, etwas, das seit Menschengedenken niemanden mehr interessiert hat. Und das trotzdem  immer noch vorhanden ist und für die Heimatforscher von Interesse ist.

Seitdem Jochen Heinke im Ruhestand ist, hat er sich der Suche nach alten Straßen verschrieben. Jahrelang hat er deren Verlauf auf Feldern, Wiesen und in den Wäldern der Rhön und der gesamten Region gesucht und immer wieder auch gefunden. In einem opulenten Buch hat er nun seine Ergebnisse zusammengefasst, hat alte Straßenverläufe wieder oder auch zum ersten Mal in Landkarten eingezeichnet und somit wieder sichtbar gemacht. Denn ohne den geübten Blick sieht der Wanderer oder der Radfahrer nicht ohne Weiteres einen historischen Straßenverlauf.

Besonderes Augenmerk hat Heinke bei seinen Wegesuchen auch auf die beschriebenen Straßen in alten Quellen gerichtet. Schließlich sind in den Geschichtsbüchern viele Wege beschrieben. Zum Beispiel der von Erfurt über Fladungen nach Madrid aus einem Itinerar (Reisebericht) aus dem Jahre 1602, dessen Verlauf durch die Rhön Heinke erstmals genau beschreiben kann.

Altstraßen zwischen Mainfranken und dem Thüringer Wald, zwischen dem Grabfeld und den Haßbergen, in der Rhön wie im Fuldaer Land sind in seinem Buch zu finden. Genauestens
beschrieben und kartiert. Auch den Ausbau der mittelalterlichen Wege bis hin zu neuzeitlichen Chaussee hat Jochen Heinke genau beschrieben.

Sein Buch ist jedoch mitnichten ein Wanderführer für alte Straßen, sondern ein wissenschaftliches Buch, das historische Verkehrswege genauestens aufzeigt. „Am Ende meiner Suche bin ich aber noch lange nicht“, sagt Heinke mit Blick auf sein Buch. „Es gibt immer noch viel zu entdecken in der Rhön“, weiß er. Und wenn er für eine solche Entdeckung sein Fahrrad mal drei Kilometerweit durchs Unterholz tragen muss, dann wird er auch das wieder tun. Der möglichen Spur einer alten Straßen folgt Jochen Heinke auf jeden Fall auch weiterhin.

Heinke, Jochen: Mittelalterliche und neuzeitliche Straßen und Wege in der Rhön, im Grabfeld und in den angrenzenden Gebieten.
 


Ganz herzlichen Dank für Ihr neues Buch. Das ist wieder ein wunderbares, inhaltsreiches Werk in dem ich schon beim Reinblättern viel Interessantes bemerkt habe und gefangen worden bin. Nun freue ich mich darauf, Ihnen auf Pfaden, Wegen und Straßen folgen zu können. W.J. aus O.

inzwischen ist das Buch angekommen und ich habe es auch schon durchgesehen und einiges exemplarisch gelesen: Respekt vor dieser Leistung, - das gelingt aber nur , wenn man 'con cuore' für eine Sache arbeitet! Vor allem die Einarbeitung historischer Flurnamen als Indizien  für frühere Wegeverläufe, aber auch andere Gegebenheiten,  finde ich interessant und wichtig. U. Sch. aus P.

Herzlichen Dank für Ihr Buch. Sie haben wirklich alles zusammengetragen, was sich über das Thema im Gelände, Literatur und Archiven auffinden ließ! Und Sie stellen in den Karten vielfach den geografischen Anschluss an Südthüringen her. (Anmerkung des Autors: Auch an Osthessen, den Spessart, die Haßberge und Mainfranken) (B.B. aus W.