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Die Kätzeroder, Schwickershäuser oder Ritschenhäuser Weinstraße (Landkreis Schmalkalden-Meiningen)

Im Jahre 1256 wurde Caspar von Stein, wohnhaft zu Ruppers, vom Würzburger Bischof Eiring mit dem Kleinzoll in Mellrichstadt unter der Bedingung belehnt, dass er „den Gebirgspass nach Sachsen, namentlich die sogenannte Weinstraße, offen zu halten hatte.“ Dies ist wohl die erste Erwähnung der Kätzeroder, Schwickershäuser oder Ritschenhäuser Weinstraße, die noch bis in das 16. Jahrhundert wohl die gebräuchliche Verbindung zum Werratal und nach Meiningen war.
Die Würzburgische und Hennbergische Geleitstraße verzweigte sich bei Schwickershausen. Der für das Geleit vorgeschriebenen Zweig führte über Bibra nach Ritschenhausen, und war etwas länger. Der wohl ältere Zweig, die Weinstraße, führte über die heute wüsten Orte Debertshausen, Kätzeroth und Gaulshausen direkt nach Ritschenhausen. Beide Zweige vereinigten sich in Ritschenhausen und führten sowohl über Ober- als auch Nieder-(Unter-)Maßfeld nach Meiningen sowie mit großer Sicherheit auch nach Mehlis und zum Oberhofer Pass über den Thüringer Wald.
Der Abschnitt Weinstraße gehört sicher zu den ältesten Verbindungen vom Main zur Werra und zum Thüringer Wald und wurde von den Fuhrleuten offenbar gerne genutzt. Bis sie dann gesperrt und der Weg über Bibra nach Ritschenhausen vorgeschrieben wurde. Der Grund für die Sperrung dürfte wie so oft in diesen Zeiten ein fiskalischer gewesen sein: Der Verkehr war auf der Umleitungsstrecke besser zu kontrollieren als auf der Waldstrecke und sicher war es für die Besitzer des Geleits günstiger, die Geleit- und Zollabgaben in Bibra zu erheben. Dabei spielte es keine Rolle, dass dieser Straßenzwang für die Fuhrleute einen Umweg bedeutete. (Jochen Heinke)