Im Jahre 1236 reiste Abt Albert von Stade nach Rom. Sein Hinweg führte ihn aus dienstlichen Gründen durch Frankreich, doch auf seinem Rückweg konnte er den direkten Weg wählen, eine alte Europastraße von Italien zur Nordsee. Diese führte damals mitten durch das heutige Unterfranken, von Aub im Süden bis zur Schanz bei Mellrichstadt im Norden.
Mitglieder des 2008 gegründeten bundesweiten Fördervereins Rompilgerweg Abt Albert von Stade hatten bereits 2007 damit begonnen, den historischen Verlauf des Rompilgerweges zu erforschen, den Abt Albert mit insgesamt 28 Etappenorten in Deutschland beschrieben hatte. Denn der Verein beabsichtigt, ihn als Pilgerroute für Wanderer und Radfahrer markieren zu lassen und ihn baldmöglichst von der Europäischen Union als europäische Kulturroute anzuerkennen lassen. Neben der Regionalen Initiative des Vereins in Unterfranken arbeiten gegenwärtig weitere Initiativen in Norddeutschland und in Italien an der Erforschung der historischen Route.
Verantwortlich in Unterfranken ist der Regionalmanger des Vereins, Jochen Heinke aus Stetten in der Rhön. Der passionierte Altstraßenforscher legte mit seinem Team - beteiligt war neben anderen auch der langjährige Bürgermeister von Ochsenfurt, Peter Wesselowsky - den historischen Verlauf so weit wie möglich fest. Da die alten Straßen heute im Gelände meist nicht mehr vorhanden sind, suchte Heinke parallel dazu vorhandene Wege, die annähernd wie die alte Pilgerroute verlaufen, und als solche zum Wandern und/oder Radfahren geeignet sind.
Wegen der in den betreffenden Landkreisen Rhön-Grabfeld, Bad Kissingen sowie Stadt und Landkreis Schweinfurt in den letzten Jahren bzw. im Landkreis und der Stadt Würzburg gegenwärtig umgesetzten Beschilderungskonzepte für Radfahrer war es zunächst günstiger, die Route durch Unterfranken als Radwanderroute zu beschildern. Doch da sie abseits der Straßen verläuft, ist sie natürlich auch für Fußgänger geeignet. Trotzdem ist geplant, alternative Wege später als Wanderroute zu markieren.
Mit dem Abschnitt durch den Landkreis Schweinfurt wurde nun erstmals damit begonnen, Abschnitte der insgesamt gut 2000 km lange künftigen Pilgerroute zu beschildern. Dipl. Geograf Walter Roth vom Landratsamt Schweinfurt veranlasste, dass mit der diesjährigen Überprüfung der Radroutenbeschilderung auch zugleich das Piktogramm des Rompilgerweges an den Knotenpunkten mit angebracht wurde. Der Abschnitt durch den Landkreis ist damit der erste beschilderte des gesamten Rompilgerweges in den beteiligten Staaten Deutschland, Österreich und Italien.
Wenn es nach Jochen Heinke geht, soll die Route durch Unterfranken bis zum 12. September 2010 durchgehend von Mellrichstadt bis Aub beschildert sein. Denn an diesem Tag ist der europaweite Tag des offenen Denkmals, der in 2010 auch Alte Straßen, Handelswege und nicht zuletzt Pilgerstraßen zum Thema hat. Die Bereitschaft des Schweinfurter Landratsamtes, die Route zu beschildern, brachte ihn dabei ein gutes Stück weiter. Doch auch die Landkreise Rhön-Grabfeld und Würzburg sowie die Städte Schweinfurt und Würzburg haben ihre Bereitschaft signalisiert, den Rompilgerweg in ihren Gebieten zu beschildern.
Der Abschnitt durch Unterfranken enthält landschaftlich sehr reizvolle Abschnitte. Darunter solche, die eher als meditativ zu bezeichnen sind und solche, auf den mit starker touristischer Präsenz zu rechnen ist. Abgesehen von der Etappe am Main führt die Route durch zwei, bislang touristisch eher weniger nachgefragte Gebiete nördlich und südlich des Mains. Doch stehen die teils uralten Orte wie Mellrichstadt, Bad Neustadt, Münnerstadt im Norden und Aub im Süden sowie einige alte Klöster entlang des Weges zu Unrecht im Schatten der bekannten Orte am Main.
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