ALLE WELT PILGERT ...

....nach Santiago de Compostella, so scheint es. Seit mehr als 25 Jahren wird diese uralte Pilgerfahrt  immer beliebter, zieht immer größere Kreise – wird zum touristischen Rummel?  

Und nun noch ein Pilgerweg. Der nach Rom. Muss das sein?

Irgendwie sind durch den Bekanntheitsgrad und die Faszination der Jakobspilgerwege in den letzten Jahren die anderen "großen" Wallfahrten in den Hintergrund gedrängt worden.  Ist doch eigentlich die Jakobspilgerfahrt die jüngste unter den drei "Pergrinationes Maiores", den Pilgerfahrten nach Jerusalem, Rom und Santiago.

Doch sie ist die mystische, die um deren Entstehung sich Legenden ranken, die mit der Befreiung der Iberischen Halbinsel von den Mauren, der Reconquista, verbunden ist. Und sie führte zum damaligen Ende der Welt.

Vergleichsweise nüchtern nimmt sich da die Pilgerfahrt nach Rom aus, die schon immer in das Zentrum der kirchlichen Macht führte: Dorthin, wo die Kirche verwaltet wurde. Aber auch zu den Spuren der frühen Christenheit, zu den Apostelgräbern von Petrus und Paulus - und zum Papst. Sie war vielleicht weniger abenteuerlich als die nach Santiago. Für viele - Kaiser, Könige, Bischöfe, Äbte, Priester - sogar eine Dienstreise, die überdies meist auf schon seit den Römern bekannten und begangenen Straßen verlief.  

Die Beiträge zu Pilgerwegen auf dieser Website werden sich aktuell sicher hauptsächlich um den Rompilgerweg des Abtes Albert von Stade drehen, der 1236 eine "Dienstreise" nach Rom unternahm. Seine Rückreiseroute ist zugleich die Rompilgerwegroute der Isländer, die in einem Almanach aus dem 14. Jahrhundert - dem "Hauksbók" - beschrieben wurde. Sie deckt sich hinsichtlich der genannten Etappenorte zu großen Teilen mit der Abtes. 

Und sie führt beinahe schnurgerade  in Nord-Süd-Richtung durch Deutschland und vermeidet weitestgehend die späteren Haupthandelsstraßen, was auf ihre große Bedeutung vor dem Aufblühen des Handels in Deutschland und der Entstehung der Haupthandelsstraßen hindeutet. 

In manchen Fällen, wie auf dem Abschnitt zwischen Würzburg und dem Thüringer Wald, ist das Itinerar des Abtes Albert von Stade sogar die Ersterwähnung des alten Verkehrsweges. Und es ist so genau, das sich die Route beinahe problemlos noch heute nachvollziehen lässt. 

Mehr dazu in den einzelnen Beiträgen.